Advance Organiser
Der Begriff Advance Organizer (AO) bedeutet „Vorausorganisierer“, es geht dabei um eine Organisations- oder Einstiegshilfe. Es ist eine Strategie zur Eröffnung des Unterrichts. Mit dem AO werden sog. Ankerideen präsentiert, welche in einem neuen Thema eine Rolle spielen. Diese sollen mit bereits vorhandenem Wissen der Lernenden verknüpft werden. Ein AO bietet ein Grundgerüst an, welches den Lernenden hilft, den neuen Wissensstoff zu organisieren und in ihr Wissen zu integrieren. 
 Merkmale eines AO sind:
1.     Vorwissen feststellen
2.     Direkt mit dem Thema beginnen, keine Fremdwörter, keine neuen Fachbegriffe oder neue technische Ausdrücke an den Anfang stellen
3.     Umgangssprache benutzen
4.     Relevant für die Lernenden aufzeigen
5.     Anschauliche, bereits bekannte Beispiele, Begriffe oder Analogien wählen, um neuen Stoff emotional zu integrieren
6.     Neue Schlüsselbegriffe aus bekannten Begriffen entwickeln
7.     Wichtiges ankündigen
8.     Allgemeine Oberbegriffe benutzen, die fachliche Ausdifferenzierung erfolgt erst im Unterricht
9.     Plastisches Lernziel formulieren
10.  Es wird immer nur ein begrenztes Gebiet ausgearbeitet, auch wenn der Unterricht über mehrere Stunden geht.
Offenbar profitieren lernschwächere Lernende eher, der Lernzuwachs wird als gut erachtet.  Vorwissen ist sehr wichtig und hat für das Lernen eine grosse Bedeutung, da Lernen kumulativ ist. Eine Metastudie zeigt, dass durch das Implantieren von Vorkenntnisse folgende Auswirkungen erzielt werden können:
-        Steigende Motivation
-        Bessere Orientierung bei selbstgesteuertem Lernen
-        Grösserer sofortiger Lernerfolg
-        Besseres Längerfristiges Behalten
-        Bessserer Transfer

Ein Advance Organizer dauert 5 bis 10 Minuten und ist vor allem praktisch, um neue Schlüsselbegriffe einzuführen.

Mein Unterricht in Technik und Umwelt ist in den ersten Wochen nach Sphären gegliedert (z.B. Biosphäre, Atmosphäre, Hydrosphäre) und diese Begriffe eignen sich sehr gut, mit einem Advance Organizer in das neue Kapitel einzusteigen. Ich finde deshalb diese Methode gut und habe ebenfalls die Erfahrung gemacht, dass sich die Lernenden mit dem Aktivieren von Vorwissen sehr viel besser in einem neuen Thema zurechtfinden.

Bezüglich Medien habe ich keine bestimmte Präferenz. Die Mischung macht es aus.

Kommentare

  1. Ja gell, ich glaube, gegen diesen AO gibt's echt nichts einzuwenden, die Vorteile liegen auf der Hand, für Lernende und auch für Lehrpersonen. AO geben uns ebenfalls eine Struktur durch unsere Themenreihen. Sozialwissenschaften sind ein unglaublich breites Schulfach (eigentlich ein Unding, ein Fach so zu benennen), mit Landkarten kann ich ein bisschen Ordnung in die Vielfalt bringen.
    Nach all den Büchern, Theorien und Seminaren finde ich, es gibt soviel, was eine Lehrperson beachten könnte/müsste, um einen "state of the art" Unterricht machen zu können. Ich werde nicht alles immer umsetzen können, sondern setze Prioritäten und nehme mir vor, die Punkte, die mir wichtig sind, bei jedem Durchgang mit einer Klasse zu verbessern. Ein Lehrerkollege hat mir mal gesagt: als Anfänger bereitest du vor wie wild, später bereitest du nach. Damals war mir die Tragweite dieser Aussage nicht bewusst. Jetzt weiss ich, wovon er gesprochen hat;-).

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