3. Eintrag: Prüfungen


Henning Pätzold von der TU Kaiserslautern gibt in seinem Podcast einige wichtige Tipps, um sich gut auf Prüfungen vorzubereiten. Er führt zuerst aus, wie sich Lehrpersonen vorbereiten, nämlich welche Ziele sie verfolgen, ob sie als streng gelten etc. (Validität der Prüfung). Er stellt dann die Bloomsche Taxonomie für Prüfungsfragen vor.
Podcast: 

Diese Ausführung findet er wichtig, weil einer seiner wichtigen Haupttipps die Antizipation ist. Schülerinnen und Schüler sollen sich in die Lehrperson versetzen und sich überlegen, was sie oder er als Lehrperson dran nehmen würde. Eine gute Strategie ist, sich vorzustellen, man schreibt die Prüfung selber. Was sind die Präferenzen, welche Themen würde die Lehrperson drannehmen? Man geht mögliche Fragen durch, bestimmt Ziele und legt die taxonomischen Ebenen fest. Man schaut also auf die Prüfung durch die Augen der Lehrperson und bekommt so ziemlich viel mit, was an der Prüfung drankommen könnte.Bei diesem Prozess lernt man zugleich die Inhalte.


Es gibt weitere mechanische Verfahren. Hat man Prüfungsangst, kann man sich dieser Situation immer wieder aussetzen, weil sich die Prüfungsangst dann abschleift. Bei mündlichen Prüfungen kann man sich gut vorbereiten, wenn man viel über das Thema spricht. Formulierungen, die man öfters verwendet hat, bleiben im Gehirn. Eine gute Methode ist auch, im Wald spazieren zu gehen, und sich selber Vorträge über das Thema zu halten.  Mündliche Prüfungen kann man mit einem Partner simulieren. Die Zeitplanung der Prüfung sollte man vorher festlegen, so spart man während der Prüfung Zeit. 

Nervosität ist normal. Schwere Prüfungsangst sollte man behandeln. Die geht nicht einfach so weg.
Wichtigster Tipp: ganz viel mit anderen über die Prüfung reden. Man merkt, dass man gar nicht alleine mit den Problemen ist. Durch den Austausch findet man neue Strategien.

Wichtigster Tipp: ganz viel mit anderen über die Prüfung reden. Man merkt, dass man gar nicht alleine mit den Problemen ist. Durch den Austausch findet man neue Strategien. 


2. Wie kann ich meine Schülerinnen und Schüler bei der Prüfungsvorbereitung unterstützen? Notieren Sie verschiedene Strategien, die Sie den Schülern mitgeben könnten.  

Ich rate meinen Lernenden, sich während des Unterrichts Notizen zu machen und sich möglichst aktiv am Unterricht zu beteiligen. Gut aufgepasst während der Schule ist schon halb gelernt. Vor der Prüfung kann man die Notizen durchgehen und sich selber fragen zum Thema stellen und diese dann beantworten. Geht es um Buchtexte, sind Zusammenfassungen hilfreich. Ansonsten finde ich die Tipps aus dem Blog gut. Ausser dass ich den Lernenden nicht unbedingt zumute, sich mit Taxonomie etc. zu befassen. Ich glaube, das nimmt sehr viel Zeit in Anspruch. 

Viel reden über den Prüfungsstoff finde ich persönlich den besten Tipp.


3. Könnten Sie sich vorstellen, selber Podcasts zu bestimmten Themen ins Netz zu stellen für die SchülerInnen? Wo sehen Sie Vorteile, wo eher Nachteile?

Ja, das könnte ich mir gut vorstellen. Durch das Zuhören ist man sehr konzentriert und nicht durch Bilder oder anderes abgelenkt. Der Vorteil ist, dass man die Wiedergabe unterbrechen kann und sich Teile nochmals anhören kann. Das geht während den Lehrpersonenvorträge im Unterricht ja nicht. Man kann einen Podcast auch mehrmals anhören, falls man es beim ersten Mal nicht ganz versteht.

Der Nachteil ist, dass die Herstellung vermutlich sehr zeitintensiv ist. Man muss sich gut vorbereiten und den Text auch angenehm sprechen, sonst kann es die Zuhörerinnen und Zuhörer schnell nerven.

Ich kann mir vorstellen, einen Podcast zusammen mit anderen Hilfsmittel ab und zu einzusetzen.
 


Kommentare

  1. Ich habe gestern einen Podcast des Hirnforschers Manfred Spitzer gehört und bin gerade sehr ernüchtert, was den Einsatz von digitalen Medien im Unterricht anbelangt. Seine (empirisch abgesicherte) These: schwache SchülerInnen werden im digitalisierten Unterricht schlechter, starke bleiben gleich gut. Das heisst, der Mehrwert muss wirklich von Fall zu Fall evaluiert werden. Er macht dem Bildungswesen den Vorwurf, zu schnell und zu euphorisch auf den Digitalisierungszug aufgesprungen zu sein, in den meisten Fällen ohne Folgestudien bzw. Evaluation. Ein Podcast bzw. Filmchen sind eine nette Ergänzung, ersetzen aber keinesfalls den Unterricht bzw. den Austausch und schlussendlich die Beziehungsebene. Anscheinend hat sich die grosse Anfangseuphorie mit den MOOCS (Massive open online courses) auch wieder gelegt, hat man doch gesehen, dass die Prüfungsdurchfallrate enorm ist (vgl. Podcast Spitzer).

    Link zum Podcast:
    https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/hirnforschung-wie-wir-lernen-aufnahmekapazitaet-steigt-durch-input

    Er äussert sich übrigens auch zur Kompetenzorientierung, auch diesbezüglich interessant!
    Bin bisschen irritiert, dass die Ergebnisse der Hirnforschung nur wenig in die Pädagogik einzufliessen scheinen (oder sie tun dies mit erheblicher Verzögerung oder Spitzer ist ein Extremist, was ich zu diesem Zeitpunkt nicht in der Lage bin zu beurteilen).

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